Schüler lernen entwickeln – Das Interesse ist geweckt!

Ich denke, dass es in Deutschland keinen Mangel an cleveren Köpfen gibt. Vielmehr gilt es Interesse zu wecken und bei den ersten Schritten zu helfen. Deshalb habe ich am 21. Dezember 2013 die Schüler der 12. Klasse des Gymnasium Remchingen zu einem „Programmieren lernen“-Tag in die heco eingeladen.
Schüler entwickeln

Zwei von ihnen – Till und Paul – jobben ein- bis zweimal pro Woche bei uns. Was die beiden an diesem Tag für sich mitgenommen haben, schildern sie in den zwei Interviews am Ende des Beitrags. Ziel meines Workshops war es Schülern das Programmieren näher zu bringen und ihnen einen Einblick in den Beruf eins Informatikers zu geben. Da ich sie aber auch dazu animieren wollte die Materie in ihrer Ferienzeit zu vertiefen, haben wir einen Teil der Zeit zum Konfigurieren ihrer eigenen Rechner und Laptops verwendet. Das klappte bei fast allen innerhalb kürzester Zeit, sodass der weiteren Entwicklung zuhause nichts mehr im Wege stand. Im Anschluss daran hatte die Gruppe die Wahl zwischen verschiedenen Aufgaben. Die Schüler entschieden sich dafür eine Multimedia-Anwendung zu schreiben, die ein Filmverzeichnis für den Fernseher optimiert. Das Programm verschiebt sämtliche Filmordner aus einem übergeordneten Verzeichnis in weitere Unterverzeichnisse. Das macht die Navigation durch die heimische Filmbibliothek über die Fernbedienung am Fernseher deutlich leichter. Dabei zeigte ich ihnen auch, wie sie alleine und ohne meine Hilfe im Internet nach Lösungen suchen können. Quasi „Lernen lernen“. Mir war es außerdem ein besonderes Anliegen klar zu machen, dass das Durchdringen eines fachlichen Problems und die Lösungskonzeption einen Großteil der täglichen Arbeit eines Informatikers ausmachen. Das Programm hatten wir gegen 17 Uhr fertig. Ich selbst habe es seither zuhause im Einsatz. Kürzlich fragten mich Till und Paul, ob es eine Fortsetzung geben wird, weil sich weitere Schüler dafür interessieren und auch die ursprünglichen Teilnehmer gerne ihr Wissen vertiefen möchten. Diesbezüglich konnte ich den beiden eine positive Rückmeldung geben. Für den nächsten Workshop plane ich etwas Größeres. Microsoft hat schon eine Zusage als Sponsor gemacht. Darüber hinaus haben sich einige Karlsruher IT-ler bereit erklärt als Trainer zu fungieren. Mein Plan ist es mehrere Schulen anzusprechen und mit den Schülern dann eine größere Anwendung zu schreiben. Dabei werden mehrere Gruppen gebildet, in denen unterschiedliche Teile (Komponenten) der Applikation umgesetzt werden. Jede Gruppe wird dabei von ein bis zwei Trainern unterstützt. Ein spannendes Projekt also! Interessierte Schulen, Sponsoren und potentielle Trainer können sich gerne in Form eines Kommentars an mich wenden oder sich direkt bei mir melden.

Till im Interview

Kannst du dir vorstellen nach dem Abitur in das Berufsfeld Informatik einzusteigen?
Ich möchte nach dem Abitur auf jeden Fall studieren. Und am meisten interessiert mich Informatik – aber das ist ja ein sehr breit gefächertes Feld. Der Workshop mit Uli brachte mir vor allem das Programmieren an sich näher. Auch wenn ich nicht alles verstanden habe, so hat es doch mein Interesse am Programmieren und am Beruf des Entwicklers weiter gesteigert. Da mich aber auch noch andere Bereiche interessieren – zum Beispiel BWL – tendiere ich derzeit zu einem Wirtschaftsinformatik-Studium.

Hast du seit dem Workshop nochmal programmiert oder das Thema vertieft?
Ein Fachbuch hierzu hatte ich schon seit längerem bei mir zuhause liegen – allerdings hat mir irgendwie der Einstieg und Ehrgeiz gefehlt um damit anzufangen. Ein Problem war sicher auch, dass viele Begriffe für mich in dem Buch extrem kompliziert waren. Bei genauerem Hinsehen und nach dem Workshop wurde mir aber vieles klarer. Da uns besonders C# ans Herz gelegt wurde, ist dieses Fachbuch nicht das Richtige für mich, um an das neu erlangte Wissen anzuknüpfen. Uli gab mir deshalb ein entsprechendes Buch für Einsteiger. Mittlerweile habe ich mir einige Grundkenntnisse angeeignet, die in vielen Programmiersprachen ähnlich sind – wie beispielsweise die bekannten „for“- und „while“-Schleifen.

Hättest du Interesse an einem weiteren Workshop
Ich hätte große Lust auf einen weiteren Workshop. Ganz besonders interessant fände ich ein großes Softwareprojekt mit verschiedenen Gruppen. So könnte man erleben, wie ein derartiges Programm tatsächlich entsteht. Mir würde das sicher viel Spaß machen und mir zeigen, welcher Teil des Programmierens für mich besonders spannend ist.

Reicht ein Trainer um alle Schüler zu betreuen?
Wenn die Gruppen nicht größer als zehn Personen sind, dann denke ich, dass ein Trainer ausreicht. Für mehr Schüler wird es weniger informativ, zumal der Trainer auch weniger Zeit hat individuelle Fragen zu beantworten. Auch um mehr Produktivität zu erreichen wäre ein zweiter Trainer sicher eine gute Idee. Dieser könnte dann auch gezielt „schwächere“ Teilnehmer unterstützen.

Müssen Entwickler „nur“ programmieren?
Entwickler müssen viel mehr als nur Programmcode schreiben. Es geht darum ein Problem möglichst gut zu verstehen und dafür eine einfache und effektive Lösung zu finden. Ein Programm zu schreiben, ohne vorab zu wissen, was man mit dem Programm erreichen will und vor allem wie es aufgebaut sein soll, führt nicht zum Ziel.

Wem würdest du diesen Workshop empfehlen?
Schülern, die ehrgeizig und wissbegierig sind und Interesse am Programmieren haben. Vor allem wer später einmal etwas mit Informatik machen will, kann sich in einem derartigen Workshop wichtiges Grundwissen aneignen und schon einmal reinschnuppern, ob es einem überhaupt interessiert.

Paul im Interview

Kannst du dir vorstellen nach dem Abitur in das Berufsfeld Informatik einzusteigen?
Nach einem Firmen-Praktikum 2012 hatte ich das Interesse am Programmieren etwas verloren, da aufgrund von fehlendem Wissen viel Langeweile aufkam. Ich tendiere eher zu praktischer Arbeit. Der „Entwickeln lernen“–Tag mit Uli bei der heco hat mir aber gezeigt, was alles möglich ist, wenn man Erfahrung mit dem Programmieren hat. Das fand ich sehr spannend und ich würde gerne später in dem Umfeld arbeiten.

Hast du seit dem Workshop nochmal programmiert oder das Thema vertieft?
Ja, das habe ich. Ziemlich häufig sogar – aber hierbei habe ich nicht selbst programmiert. Ich bin derzeit dabei ein wenig „Smart Home“ in mein Zimmer zu bringen – also Verschiedenes zu automatisieren. Dazu brauch ich natürlich auch Programme. Und da diese sich nicht von alleine schreiben, informiere ich mich immer wieder im Internet über Möglichkeiten.

Wie groß sind die Einstiegs-Hürden
Das Einrichten einer Programmierumgebung war viel einfacher als ich gedacht habe. Ich habe mir im Internet die kostenlose Version von Microsoft Visual Studio Express 2013 heruntergeladen, installiert und schon ging es los. Diese reicht für Anfänger völlig aus.

Wie viel hast du währenddessen verstanden?
Das Verstehen der einzelnen Schritte ist mir leicht gefallen, da wir die Lösung immer vorne an der Leinwand hatten und so die eigenen Fehler verbessern konnten. Nach ein paar Tagen habe ich aber gemerkt, dass ich noch viele Fragen habe. Deshalb habe ich mich mehrmals im Internet über verschiedene Befehle schlau gemacht.

Müssen Entwickler „nur“ programmieren?
Nein, ganz im Gegenteil. Das Programmieren in Form des Schreibens von Programmcode ist nur ein kleiner Teil der Arbeit, die ein Entwickler machen muss. Während des Workshops mit Uli ging es vor allem darum, wie man die richtigen Lösungsansätze findet.

Wem würdest du diesen Workshop empfehlen?
Den Workshop kann ich jedem empfehlen, der sich gerne mit dem Programmieren beschäftigt oder es lernen möchte. Außerdem besonders Schülern, die nach dem Abschluss der Schule zur Informatik tendieren. Der Workshop vermittelt viel Grundlagen-Wissen und man bekommt ein Gefühl dafür, was objektorientierte Programmierung ist. Ich denke, dass man durch so einen Schnupperkurs einfach mal sieht, was sich hinter dem Begriff Informatik verbirgt.

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Ein Gedanke zu „Schüler lernen entwickeln – Das Interesse ist geweckt!

  1. Pingback: Zweiter Entwicklertag fuer Schueler | Uli Armbruster

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