Gewindearten – nicht alle im Gewinde dichtend!

In diesem Blogeintrag werden die folgenden drei Gewindearten betrachtet:

  1. Withworth-Rohrgewinde nach DIN EN 10226 (alt: DIN ISO 2999)
    Rp = Innengewinde zylindrisch
    R   = Außengewinde kegelig
    -> im Gewinde dichtend!
  2. Withworth-Rohrgewinde nach DIN / ISO 228
    G = Innengewinde zylindrisch
    G = Außengewinde zylindrisch
    -> nicht im Gewinde dichtend!
  3. Amerikanisches kegeliges Rohrgewinde nach ANSI / ASME
    NPT = Innengewinde kegelig
    NPT = Außengewinde kegelig
    -> im Gewinde dichtend!

Wichtig ist, dass nicht alle Gewindearten miteinander kompatibel sind.
Doch welche dürfen bzw. können miteinander verschraubt werden?

1. Withworth-Rohrgewinde nach DIN 2999
Das kegelige R-Außengewinde lässt sich bis zum Nenndurchmesser in das zylindrische Rp-Innengewinde per Hand einschrauben. Durch weiteren Kraftanzug mittels Werkzeug werden die Gewinde formschlüssig ineinander verspannt und wirken so metallisch dichtend. Zusätzlich wird eine Verschraubung mit Zuhilfenahme eines geeigneten Dichtmittels wie Hanf oder Teflonband versehen, um verbleibende Spalte zu füllen.
Das folgende Video zeigt das Einschrauben per Hand:

Einige Fittings nach DIN EN 10226 (alt: DIN ISO 2999):

Doppelnippel Stopfen Verschraubung

Von links nach rechts: Rohrdoppelnippel, 6-Kant-Stopfen, Verschraubung

Das kegelige R-Außengewinde nach DIN EN 10226 kann mit einem DIN/ISO 228 zylindrischen G-Innengewinde verschraubt werden, da das Rp-Innengewinde die gleichen Nennmaße für die Gewindedurchmesser wie das zylindrische Innengewinde nach DIN/ISO 228 hat.

DIN/ISO 228 G-zylindrisches Außengewinde und DIN EN 10226 Rp-zylindrisches Innengewinde sind nicht kompatibel, da das Innengewinde zu eng sein kann.

2. Withworth-Rohrgewinde nach DIN/ISO 228
Dieses Gewinde dient hauptsächlich zur mechanischen Verbindung von Fittings und Armaturen. Eine Abdichtung der Verbindung geschieht durch das Gegeneinanderpressen zweier Dichtflächen außerhalb der Gewinde und durch Zwischenlegen einer geeigneten Dichtung. Das folgende Video verdeutlicht dies:

Einige Fittings nach DIN/ISO 228:
Nippel Verschraubung Muffe

Von links nach rechts: Rohrnippel, Verschlussschraube, 6-Kant-Mutter

3. Amerikanisches kegeliges Rohrgewinde nach ANSI / ASME
Das kegelige NPT- Außengewinde ist mit einem kegeligen NPT- Innengewinde kompatibel. Da sowohl Innen-als auch Außengewinde kegelig sind, tragen mehr Gewindegänge zur Abdichtung bei. Zusätzlich wird eine solche Verschraubung mit geeigneten Dichtmitteln wie Teflonband oder Hanf versehen, um verbleibende Spalte zu füllen.

Einige Fittings nach ANSI / ASME:
Anschweißnippel Doppelnippel Muffe

Von links nach rechts: Anschweißnippel, Doppelnippel, Muffe

Autoren: Giuseppina Esposito & Elvir Hodžič

Weitere Prüfmittel

Gewindelehren

Bei Wareneingang wird eine Stichprobenprüfung der Gewinde durchgeführt. Hier wird durch Gewindelehrdorne und Gewindelehrringe geprüft, ob die Gewinde der festgelegten Norm entsprechen. Bei den Gewindelehren anhand von verschiedenen Gewindearten wird zwischen zwei unterschieden: Einem Gutlehrdorn und einem Ausschusslehrdorn (G-Gewinde) sowie einem kombinierten Lehrdorn (RP-Gewinde). Der Gutlehrdorn muss bis zum Ende des Gewindes durchlaufen. Der Ausschusslehrdorn sollte maximal ein Gewindegang bzw. eine Umdrehung ins Gewinde reinschraubbar sein. Beim kombinierten Lehrdorn gibt es zwei Markierungen (Plus/Minus) die die Toleranz für das Gewinde begrenzen. Kombinierte Lehrdorne gibt es nur bei kegelförmigen Gewinden. Lehrdorn Lehrdorn

Ein G-Außengewinde wird mit einem Lehrring geprüft. Dabei wird das zu prüfende Teil (mit G-Gewinde) durch den Ring geschraubt, dabei sollte das Gewinde beim Gutlehrring komplett durchlaufen. Auch hier gibt es wieder einen Ausschusslehrring, bei dem das Gewinde nach ein bis zwei Gewindegängen stoppen sollte. Ein R-Außengewinde wird ebenfalls mit einem Lehrring geprüft, dieser ist kombiniert, das heißt das zu prüfende Teil mit dem R-Gewinde sollte zwischen einem bestimmten Toleranzbereich (zwischen Plus und Minus) stoppen. Zwei kurze Videos zur Gewindeprüfung mit dem Gewindelehrdorn (einmal für RP-Gewinde und einmal für G-Gewinde) aus unserem YouTube-Channel. Eine kurze Beschreibung der Gewindearten von unserer Homepage.

Taschen-Messschieber 150mm

Messschieber

Der Messschieber hat 2 Messschenkel für das Messen von Außen- und Innenmaßen, wobei einer fest und einer beweglich am Nonius/Skala ist. Der Messschieber hat zusätzlich ein Tiefenmaß zum Messen von Absätzen oder Tiefen.

Taschen-Messschieber digital Mitutoyo 150mm Messschieber digital

Dieser Messschieber besitzt genauso wie der Taschen Messschieber die gleichen Hilfsmittel zum Messen von Außen-, Innen- und Tiefenmaßen. Hier wird mit Hilfe eines Displays der ermittelte Wert angezeigt.

Werkstatt-Messschieber 300mm

Messschieber mittel

Dieser Messschieber wird zum Messen von Außen- und Innenmaßen verwendet.

Werkstatt-Messschieber im Überblick

Schieblehren

Hier sind unsere Werkstatt-Messschieber im Überblick: Am oberen Bildrand der 500mm Messschieber, genau gleicher Bauart wie der in der Mitte des Bildes liegende 300mm Messschieber Am unteren Bildrand der 150mm Messschieber mit zusätzlichem Tiefenmaß.

Tiefenmessschieber 300mm

Tiefenschieber

Zum Messen von Absätzen und Tiefen – Ablesung am Nonius/Skala Einsatzbeispiel:

Flansche

Die Mess- und Kontrollplatte Mahr wird verwendet, um bei Anforderung besonders präzise Messergebnisse zu erzielen. Die dargestellte Granitplatte der Genauigkeitsklasse 00 hat im Gegensatz zu z. B. Holz einen extrem niedrigen Ausdehnungskoeffizient. Ringaufweitversuch Hier wird auf einer Presse mit Hilfe eines 30°-Kegels geprüft, bei welcher Kraft das Rohr aufreißt. Anhand der angezeigten Kraft kann man feststellen, ob dieses Rohr den Anforderungen der ADW2-Zertifizierung entspricht.

Härteprüfgerät Mitutoyo AVK-A2

Mit dem Härteprüfgerät misst man die Härte eines Werkstoffes. Dieser Wert wird in Härte Vickers angegeben. Der Name Vickers sagt aus, dass die Prüfspitze eine Pyramide ist. Die Pyramide dringt mit einer Kraft von 10N in einer bestimmten Zeit in den Werkstoff ein. Je tiefer die Prüfspitze in den Werkstoff eindringt, desto weicher ist das Material. Die Prüfspitze besteht aus einem zur Pyramide angeschliffenen Diamanten.