Die eigenen Worte finden

… ist schwieriger, als es sich anhört.

Deshalb hilft uns dabei regelmäßig der Schriftsteller, Journalist und Dozent für kreatives Schreiben Rainer Würth in sogenannten Textwerkstätten. Jeder Autor der heterogenen Social-Media-Gruppe, vom Azubi bis zum Abteilungsleiter, vom Lageristen bis zur Designerin, lernt dabei, den eigenen Schreibstil zu entwickeln. Das bedeutet vor allem, das eigene Können, die eigene Ausdrucksweise und die betrieblichen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen und das Ganze in moderner Web-2.0-Form im Corporate Blog zu veröffentlichen.

Workshop_Montage

Angefangen haben wir 2013 mit den Grundlagen: Wir durchliefen die einzelnen Phasen von der Konzeption über das Schreiben selbst bis hin zur finalen Überarbeitung. Mit konkreten Beispielen führte uns Rainer Würth in die Finessen der Sprache ein. Das Spielen mit unterschiedlichen Satzlängen, Bindewörtern oder Stilformen (meine persönliche Präferenz: die Interview-Form) gehörte ebenso dazu wie das Entdecken von „Text Smells“, d. h. unnützen, leeren oder redundanten Phrasen. Apropos: Ist eine leere Phrase nicht ohnehin unnütz? Mit „Kill your darlings“ tat ich mich besonders schwer, sollte ich mich doch von liebgewonnenen, aber im Kontext unpassenden Wortspielen trennen.

Schnell war uns klar, dass Bloggen ein Prozess ist, der viel Übung und Zeit erfordert. Deshalb überarbeiten wir seit 2014 regelmäßig bestehende Texte gemeinsam mit Rainer Würth. Durch Vorher-nachher-Analysen in Form von Retrospektiven verbessern wir uns kontinuierlich. Weil inzwischen jeder Autor in der Gruppe von sich sagt, er schreibe besser und es gehe ihm einfacher von der Hand, spreche ich von einem großen Erfolg. Denn mir – seit mehr als drei Jahren leidenschaftlicher Blogger – ist klar: Nur wer Spaß am Schreiben hat und nicht mühselig nach Worten suchen muss, bleibt am Ball.

Das Erlernte geben die Teilnehmer bereits an ihre Kollegen aus den Fachabteilungen weiter, sodass die Zahl der Gastbeiträge stetig steigt. Selbst BOGY-Schüler, Praktikanten und Ferienjobber ermutigen wir zum Schreiben und unterstützen sie dabei. Ziel ist es, dass in Zukunft jeder Mitarbeiter einen Beitrag pro Jahr schreibt. Das entspräche dann mehr als einer Veröffentlichung pro Woche.

Als Fan des Bloggens beobachte ich die positive Entwicklung in unserem Unternehmen. Skeptische Stimmen gibt es vereinzelt noch, aber die kritische Masse sowohl an Autoren als auch an Beiträgen ist erreicht. Der Stein rollt.

Uli Armbruster

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